shadowmarch_personen_dawetDawet dan-Faar, Gesandter des Lordprotektors von Hierosol und sämtlicher krakischen Territorien.

Seine Haut war noch dunkler als die von Shaso, sein dichtgelocktes Haar länger und am Hinterkopf zusammengebunden, und er war groß und dünn. Er bewegte sich mit einer knappen, selbstsicheren Eleganz, und seine schwarze Hose und das mit Schlitzen versehene Doublet waren so modisch geschnitten, daß sich jeder Günstling am syannesischen Hof dazu hätte beglückwünschen können. Die hierosolinischen Ritter mit den Schneckenhausemblemen von Hierosol, die ihm folgten, wirkten im Vergleich wie klirrende, blasse Marionetten. Am Hof von Hierosol wurde König Olin als Gefangener festgehalten, und Dawet dan-Faar war nun gekommen, um die Höhe des Lösegeldes festzulegen.

»Der Lordprotektor wird das Lösegeld auf zwanzigtausend Golddelphine herabsetzen – ein Fünftel dessen, was gefordert war und womit Ihr Euch einverstanden erklärt habt. Was er dafür verlangt, ist lediglich etwas, das Euch wenig kostet und beiden Seiten nützen wird. Im Gegenzug für die Herabsetzung des Lösegelds, das König Olins Heimkehr gewährleistet, wird Ludis Drakava, Lordprotektor von Hierosol, Briony te Meriel te Krisanthe M´Connord Eddon von Südmark zur Ehefrau nehmen.« Der Gesandte spreizte die langen, anmutigen Finger. »In weniger hochtrabenden Worten, es geht um Eure Prinzessin Briony.«

Briony war sich sicher: Kendrick würde sie an diesen Raubritter, diesen grausamen Söldner Ludis, verkaufen, um das Lösegeld zu verringern und die Edelleute bei Laune zu halten. Die Decke des großen Thronsaals mit ihren Götterbildern schien sich zu drehen und als eine Wolke blendender Farben auf sie herabzustürzen. Sie drehte sich um und stolperte durch die murmelnde, gaffende Menge, ohne Barricks ängstliche Rufe und Kendricks herrische Befehle zu beachten, schlug dann Shasos Hand, die sie aufhalten wollte, weg und zwängte sich zum Portal hinaus, jetzt schon so aufgelöst, daß durch die Tränen Gemäuer und Himmel verschwammen.

»Diese kleine Bleistiftskizze entstand bei einem Essen mit Deb, Matt D. und Guthwulf, als wir über Shadowmarch redeten. Mir gefiel sie so gut, daß ich weiter daran arbeiten und mit Farben experimentieren wollte.« Tad Williams

© Copyright der Grafiken bei Tad Williams, Matt Rhodes, Maurizio Manzieri